SERIENKILLER

Tatzeitraum & Opfer

Aktiv von 1962
Bis 1964
Bestätigte Opfer 1
Vermutete Opfer 13
Aktionsradius Boston, USA
Opfergruppen Frauen

Modus Operandi & Motive

Modus Operandi Erwürgen
Hauptmotive Nicht nachweisbar geklärt

Rechtliches

Festnahmejahr 1964
Urteil Lebenslange Haftstrafe
Haftform Gefängnis
Bild 1
Quelle: US-Bundesregierung / Public Domain (17 U.S.C. §105)
Bild 2
Albert Henry DeSalvo, Polizeifoto aus den 1960er-Jahren. Quelle: Public Domain / Regierungsarchiv (Wikimedia Commons)


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Albert DeSalvo: Truth, Lies, and Thirteen Dead Women – Inside the Mind of the Alleged Boston Strangler (🇺🇸) kindle
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Albert Henry DeSalvo – „Boston Strangler“
Albert Henry DeSalvo wurde am 3. September 1931 in Chelsea im US-Bundesstaat Massachusetts geboren. Er wurde später als der Mann bekannt, der gestand, der sogenannte „Boston Strangler“ zu sein – ein Serienmörder, der Anfang der 1960er-Jahre eine Reihe von Frauen in der Region Boston ermordete. Obwohl DeSalvo viele der Taten gestand, ist seine tatsächliche Rolle in einigen Fällen bis heute umstritten.

DeSalvo wuchs in schwierigen sozialen Verhältnissen auf. Sein Vater war gewalttätig und alkoholabhängig und die Familie lebte in Armut. Berichten zufolge kam es in der Familie regelmäßig zu häuslicher Gewalt. Bereits als Jugendlicher fiel DeSalvo durch kleinere Straftaten auf. Mehrfach wurde er wegen Einbrüchen und Diebstählen verhaftet und verbrachte Zeit in Jugendstrafanstalten. 1951 trat er in die US-Armee ein. Während seines Militärdienstes wurde er unter anderem in Deutschland stationiert. Nach seiner Entlassung kehrte er nach Massachusetts zurück. Dort heiratete er Irmgard Beck, eine Frau aus Deutschland, mit der er später zwei Kinder hatte. In den folgenden Jahren arbeitete er in verschiedenen einfachen Berufen, unter anderem als Handwerker und Gelegenheitsarbeiter.

Bereits Ende der 1950er-Jahre begann eine Serie von Sexualdelikten, für die DeSalvo später verantwortlich gemacht wurde. In der Gegend von Boston wurde ein Täter aktiv, der als „Measuring Man“ bekannt wurde. Er gab sich als Model-Scout aus, klingelte bei Frauen und bat sie, seine Körpermaße zu nehmen. Mehrere Frauen berichteten später, dass DeSalvo sie dabei sexuell belästigt oder angegriffen habe. In den Jahren 1961 und 1962 wurde ein weiterer Täter bekannt, der den Spitznamen „Green Man“ erhielt, da er bei mehreren Übergriffen grüne Kleidung trug. Dieser Mann drang in Wohnungen ein und vergewaltigte Frauen. DeSalvo wurde später auch für diese Serie von Überfällen verantwortlich gemacht.

Zwischen 1962 und 1964 erschütterte eine Mordserie die Region Boston. Insgesamt wurden 13 Frauen im Alter zwischen 19 und 85 Jahren in ihren Wohnungen ermordet. Die Opfer wurden meist erwürgt, häufig mit Kleidungsstücken oder Strümpfen, die der Täter zu einer Schlinge knotete. In vielen Fällen gab es Hinweise auf sexuelle Übergriffe und mehrere Opfer wurden nach ihrem Tod auf auffällige Weise arrangiert. Die Presse gab dem unbekannten Täter den Namen „Boston Strangler”. Die Mordserie löste große Angst in der Bevölkerung aus und führte zu einer der größten Fahndungen in der Geschichte des Bundesstaats Massachusetts.

DeSalvo wurde 1964 jedoch zunächst nicht wegen Mordes, sondern wegen zuvor begangener Sexualüberfälle festgenommen. Während seiner Haft im Bridgewater State Hospital, einer psychiatrischen Einrichtung für Straftäter, soll er seinem Zellengenossen George Nassar gestanden haben, der „Boston Strangler” zu sein. Später legte DeSalvo auch gegenüber Ermittlern ein detailliertes Geständnis ab. Seine Aussagen enthielten zahlreiche Details zu den Mordfällen. Allerdings gab es auch Ungenauigkeiten und ein Teil der Ermittler blieb skeptisch. Aus rechtlichen Gründen wurde DeSalvo letztlich jedoch nicht wegen der Morde des „Boston Stranglers” angeklagt, sondern wegen der Sexualdelikte. Im Jahr 1967 wurde er wegen Raub, sexueller Nötigung und anderer Gewaltverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt.

Albert DeSalvo wurde am 25. November 1973 im Walpole State Prison (heute MCI-Cedar Junction) in Massachusetts tot aufgefunden. Er war in seiner Gefängniszelle erstickt bzw. erdrosselt worden. Der Mord wurde nie offiziell aufgeklärt.

Jahrzehnte später wurden moderne DNA-Analysen durchgeführt. Im Jahr 2013 gelang es den Ermittlern, die DNA von DeSalvo mit Spuren vom Tatort des Mordes an Mary Sullivan in Verbindung zu bringen. Sullivan war das letzte Opfer der Boston Strangler-Serie von 1964. Diese Untersuchung gilt heute als starker forensischer Hinweis darauf, dass DeSalvo zumindest an diesem Mord beteiligt war. Ob er tatsächlich alle 13 Morde der Boston Strangler begangen hat, ist unter Kriminalhistorikern und Ermittlern jedoch weiterhin umstritten. Einige Experten vermuten, dass möglicherweise mehrere Täter für die Mordserie verantwortlich waren.


Weitere dokumentierte Hinweise

1

Chronologische Timeline der „Boston Strangler“-Morde (1962–1964)
Die später als „Boston Strangler“ bekannt gewordene Mordserie begann im Sommer 1962 und endete Anfang 1964. In der Region Boston wurden insgesamt 13 Frauen ermordet aufgefunden. Die meisten Opfer wurden in ihren Wohnungen erwürgt, häufig mit Kleidungsstücken wie Strümpfen oder Schals. Die folgende Timeline zeigt die bekannten Tatdaten sowie wichtige Entwicklungen der Ermittlungen.

1962 – Beginn der Mordserie

14. Juni 1962 – Boston
Die 55-jährige Anna Slesers wurde tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Sie wurde mit dem Gürtel ihres Bademantels erwürgt. Dieser Mord gilt als der erste Fall der späteren Serie.

28. Juni 1962 – Cambridge
Die 85-jährige Mary Mullen wurde in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Auch sie wurde erdrosselt.

30. Juni 1962 – Boston
Am selben Tag werden zwei weitere Frauen tot aufgefunden. Es handelt sich um Helen Blake (65) und Nina Nichols (68). Beide wurden in ihren Wohnungen erwürgt. Die Ermittler beginnen erstmals, einen Zusammenhang zwischen den Taten zu prüfen.

19. August 1962 – Boston
Die 67-jährige Jane Sullivan wurde tot aufgefunden. Sie wurde mit Strümpfen erdrosselt. Die Polizei vermutet nun, dass es sich um eine Mordserie handeln könnte.

5. Dezember 1962 – Boston
Mit dem Mord an der 20-jährigen Sophie Clark hat sich das Opferprofil deutlich verändert. Bisher waren vorwiegend ältere Frauen betroffen.

31. Dezember 1962 – Boston
Die 23-jährige Patricia Bissette wurde in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Auch sie wurde erwürgt.


1963 – Höhepunkt der Mordserie

6. März 1963 – Lawrence, Massachusetts
Die 69-jährige Mary Brown wurde tot aufgefunden. Dieser Mord ist der erste in einer anderen Stadt im Großraum Boston.

8. Mai 1963 – Boston
Die 23-jährige Musikstudentin Beverly Samans wird in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Dieser Mord unterscheidet sich etwas von den anderen Taten, wird aber häufig dieser Serie zugerechnet.

8. Juni 1963 – Boston
Die 22-jährige Louise Brimmer wurde nach einem Angriff erwürgt aufgefunden.

Sommer 1963
Die Angst in Boston wächst erheblich. Viele Frauen beginnen, ihre Türen verschlossen zu halten oder zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Die Polizei hat eine große Sonderermittlungsgruppe eingerichtet.

23. August 1963 – Boston
Eine weitere Frau, Jane Sullivan (65), wurde ermordet aufgefunden. Auch in diesem Fall ist Strangulation die Todesursache.

1963 – Lawrence
Die 23-jährige Joan Graff wurde tot aufgefunden. Der Fall wird häufig mit der Boston-Strangler-Serie in Verbindung gebracht.


1964 – Letzter Mord

4. Januar 1964 – Boston
Die 19-jährige Mary Sullivan wurde in ihrer Wohnung ermordet. Sie wurde erdrosselt und ihr Körper wurde auffällig arrangiert. Dieser Mord gilt als der letzte Fall der Serie.


2013, fast 50 Jahre nach der Mordserie, wurde moderne DNA-Technologie eingesetzt.
Die Untersuchung bestätigt, dass die DNA von Albert DeSalvo mit den Spuren vom Tatort des Mordes an Mary Sullivan im Jahr 1964 übereinstimmt.

Albert Henry DeSalvo gilt weiterhin als Hauptverdächtiger der Mordserie des sogenannten „Boston Stranglers“, bei der zwischen 1962 und 1964 insgesamt 13 Frauen im Raum Boston ermordet wurden. DeSalvo gestand die Taten später, wurde jedoch nie wegen der Mordserie verurteilt, sondern 1967 wegen Sexualdelikten zu lebenslanger Haft. Durch eine DNA-Analyse aus dem Jahr 2013 gilt er als der Täter im Mordfall Mary Sullivan (1964) forensisch belegt. Ob er auch für die übrigen zwölf Morde verantwortlich war, ist bis heute nicht endgültig geklärt.

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