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Albert Henry DeSalvo – „Boston Strangler“
Albert Henry DeSalvo wurde am 3. September 1931 in Chelsea im US-Bundesstaat Massachusetts geboren. Er wurde später als der Mann bekannt, der gestand, der sogenannte „Boston Strangler“ zu sein – ein Serienmörder, der Anfang der 1960er-Jahre eine Reihe von Frauen in der Region Boston ermordete. Obwohl DeSalvo viele der Taten gestand, ist seine tatsächliche Rolle in einigen Fällen bis heute umstritten.
DeSalvo wuchs in schwierigen sozialen Verhältnissen auf. Sein Vater war gewalttätig und alkoholabhängig und die Familie lebte in Armut. Berichten zufolge kam es in der Familie regelmäßig zu häuslicher Gewalt. Bereits als Jugendlicher fiel DeSalvo durch kleinere Straftaten auf. Mehrfach wurde er wegen Einbrüchen und Diebstählen verhaftet und verbrachte Zeit in Jugendstrafanstalten. 1951 trat er in die US-Armee ein. Während seines Militärdienstes wurde er unter anderem in Deutschland stationiert. Nach seiner Entlassung kehrte er nach Massachusetts zurück. Dort heiratete er Irmgard Beck, eine Frau aus Deutschland, mit der er später zwei Kinder hatte. In den folgenden Jahren arbeitete er in verschiedenen einfachen Berufen, unter anderem als Handwerker und Gelegenheitsarbeiter.
Bereits Ende der 1950er-Jahre begann eine Serie von Sexualdelikten, für die DeSalvo später verantwortlich gemacht wurde. In der Gegend von Boston wurde ein Täter aktiv, der als „Measuring Man“ bekannt wurde. Er gab sich als Model-Scout aus, klingelte bei Frauen und bat sie, seine Körpermaße zu nehmen. Mehrere Frauen berichteten später, dass DeSalvo sie dabei sexuell belästigt oder angegriffen habe. In den Jahren 1961 und 1962 wurde ein weiterer Täter bekannt, der den Spitznamen „Green Man“ erhielt, da er bei mehreren Übergriffen grüne Kleidung trug. Dieser Mann drang in Wohnungen ein und vergewaltigte Frauen. DeSalvo wurde später auch für diese Serie von Überfällen verantwortlich gemacht.
Zwischen 1962 und 1964 erschütterte eine Mordserie die Region Boston. Insgesamt wurden 13 Frauen im Alter zwischen 19 und 85 Jahren in ihren Wohnungen ermordet. Die Opfer wurden meist erwürgt, häufig mit Kleidungsstücken oder Strümpfen, die der Täter zu einer Schlinge knotete. In vielen Fällen gab es Hinweise auf sexuelle Übergriffe und mehrere Opfer wurden nach ihrem Tod auf auffällige Weise arrangiert. Die Presse gab dem unbekannten Täter den Namen „Boston Strangler”. Die Mordserie löste große Angst in der Bevölkerung aus und führte zu einer der größten Fahndungen in der Geschichte des Bundesstaats Massachusetts.
DeSalvo wurde 1964 jedoch zunächst nicht wegen Mordes, sondern wegen zuvor begangener Sexualüberfälle festgenommen. Während seiner Haft im Bridgewater State Hospital, einer psychiatrischen Einrichtung für Straftäter, soll er seinem Zellengenossen George Nassar gestanden haben, der „Boston Strangler” zu sein. Später legte DeSalvo auch gegenüber Ermittlern ein detailliertes Geständnis ab. Seine Aussagen enthielten zahlreiche Details zu den Mordfällen. Allerdings gab es auch Ungenauigkeiten und ein Teil der Ermittler blieb skeptisch. Aus rechtlichen Gründen wurde DeSalvo letztlich jedoch nicht wegen der Morde des „Boston Stranglers” angeklagt, sondern wegen der Sexualdelikte. Im Jahr 1967 wurde er wegen Raub, sexueller Nötigung und anderer Gewaltverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt.
Albert DeSalvo wurde am 25. November 1973 im Walpole State Prison (heute MCI-Cedar Junction) in Massachusetts tot aufgefunden. Er war in seiner Gefängniszelle erstickt bzw. erdrosselt worden. Der Mord wurde nie offiziell aufgeklärt.
Jahrzehnte später wurden moderne DNA-Analysen durchgeführt. Im Jahr 2013 gelang es den Ermittlern, die DNA von DeSalvo mit Spuren vom Tatort des Mordes an Mary Sullivan in Verbindung zu bringen. Sullivan war das letzte Opfer der Boston Strangler-Serie von 1964. Diese Untersuchung gilt heute als starker forensischer Hinweis darauf, dass DeSalvo zumindest an diesem Mord beteiligt war. Ob er tatsächlich alle 13 Morde der Boston Strangler begangen hat, ist unter Kriminalhistorikern und Ermittlern jedoch weiterhin umstritten. Einige Experten vermuten, dass möglicherweise mehrere Täter für die Mordserie verantwortlich waren.