Tatzeitraum & Opfer
Modus Operandi & Motive
Rechtliches
Empfehlungen zu Arnold Frederick Sodeman
Arnold Sodeman
Der australische Bundesstaat Victoria wurde in den frühen 1930er-Jahren von einer Reihe rätselhafter Frauenmorde erschüttert. Mehrere Frauen verschwanden unter mysteriösen Umständen und ihre Leichen wurden später in abgelegenen Gebieten gefunden. Zunächst schienen die Fälle nichts miteinander zu tun zu haben. Doch Jahre später stellte sich heraus, dass hinter ihnen derselbe Täter steckte: Arnold Frederick Sodeman.
Sodeman wurde 1899 in Victoria geboren (ein genaues Geburtsdatum nicht recherchierbar) und verbrachte den Großteil seines Lebens in der Region um Melbourne. Er arbeitete als Gelegenheitsarbeiter und führte ein unstetes Leben mit wechselnden Jobs und finanziellen Problemen. Nach außen hin wirkte er unauffällig, doch im Verborgenen entwickelte sich eine Serie von Verbrechen, die Australien erschüttern sollte. Die Mordserie begann Anfang der 1930er-Jahre. Das erste bekannte Opfer war Eliza Thompson, die 1930 verschwand. Wochen später wurde ihre Leiche in einem abgelegenen Gebiet gefunden. Die Ermittlungen führten zunächst zu keinem Verdächtigen und der Fall blieb ungelöst.
Mehrere Jahre später verschwand eine weitere Frau unter ähnlichen Umständen. Ivy Lillian Burt verschwand im Jahr 1934 und wurde später tot aufgefunden. Wieder konnten die Ermittler keine klare Spur zum Täter finden.
Im Jahr 1935 folgte der nächste Mord. Olive Jackson wurde zuletzt in Begleitung eines Mannes gesehen, der später als Arnold Sodeman identifiziert wurde. Kurz darauf wurde ihre Leiche gefunden. Bei den Ermittlern kam erstmals der Verdacht auf, dass möglicherweise ein Serienmörder aktiv sein könnte.
Kurz darauf verschwand ein weiteres Opfer: Clara Neville. Auch ihr Tod wies deutliche Parallelen zu den vorherigen Fällen auf. Wieder handelte es sich um eine Frau, die zuletzt mit Sodeman gesehen worden war. Diese Verbindung brachte die Polizei schließlich auf die Spur des Täters.
Die Ermittler konzentrierten sich nun auf Arnold Sodeman. Zeugen hatten ihn mit mehreren der Opfer gesehen und seine Aussagen wiesen Widersprüche auf. Schließlich wurde er verhaftet und verhört. Während der Ermittlungen legte Sodeman ein Geständnis ab. Er gab zu, mehrere Frauen ermordet zu haben, und verband damit die zuvor ungelösten Fälle miteinander.
Der Prozess gegen Sodeman, der 1935 in Melbourne stattfand, sorgte für großes öffentliches Interesse. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere psychiatrische Gutachten. Sachverständige untersuchten, ob Sodeman möglicherweise geistig krank war und somit nicht für seine Taten verantwortlich gemacht werden konnte. Das Gericht kam jedoch zu dem Schluss, dass er voll verantwortlich für die Morde war. Sodeman wurde zum Tode verurteilt. Am 6. Februar 1936 wurde er im HM Prison Pentridge gehängt.
Der Fall zählt zu den bekanntesten Mordprozessen Australiens der 1930er-Jahre. Erst durch Sodeman konnten mehrere zuvor ungelöste Mordfälle miteinander in Verbindung gebracht werden – ein frühes Beispiel für die Aufklärung einer Serienmordserie in der australischen Kriminalgeschichte.