Die Opfer von John Reginald Halliday Christie
(gesicherte und vermutete Fälle)
Zwischen 1943 und 1953 verwandelte John Reginald Halliday Christie sein Reihenhaus in der 10 Rillington Place in London in einen Ort des Grauens. Hinter unscheinbaren Wänden, unter Dielenbrettern und im schmalen Garten vergrub er seine Opfer. Es waren Frauen, die ihm vertrauten, die Hilfe suchten oder schlicht zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Einige Fälle gelten als gerichtsfest bewiesen, andere als historisch sehr wahrscheinlich, jedoch juristisch nie verurteilt.
Ruth Fuerst (gesichert)
Im Jahr 1943 begegnete Christie der 21-jährigen Österreicherin Ruth Fürst. Diese verschwand, nachdem sie seine Wohnung betreten hatte. Später wurde rekonstruiert, dass Christie sie mit einem improvisierten Gasgerät betäubte und anschließend strangulierte. Ihr Leichnam wurde im Garten von 10 Rillington Place verscharrt. Sie gilt als erstes eindeutig belegtes Mordopfer Christies.
Muriel Eady (gesichert)
Ein Jahr später, im Jahr 1944, geriet die 32-jährige Muriel Eady in Christies Umfeld. Unter dem Vorwand einer medizinischen Behandlung – mutmaßlich im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft – lockte er sie in seine Wohnung. Wie bei Fürst setzte er Gas ein, um sein Opfer zu schwächen, bevor er sie erdrosselte. Auch sie wurde im Garten des Hauses begraben. Beide Leichen blieben fast ein Jahrzehnt lang unentdeckt.
Beryl Evans (mit hoher Wahrscheinlichkeit Christie zuzuschreiben)
Im Jahr 1949 lebten Timothy und Beryl Evans mit ihrer kleinen Tochter im selben Haus. Beryl Evans war 20 Jahre alt und befand sich in einer schwierigen Lebenssituation. Am 8. November 1949 wurde sie tot in der Wohnung aufgefunden. Ihr Ehemann Timothy beschuldigte zunächst Christie, widerrief seine Aussage jedoch später und wurde schließlich selbst wegen Mordes verurteilt und im Jahr 1950 hingerichtet.
Nach Christies eigener Verhaftung im Jahr 1953 geriet dieses Urteil ins Wanken. Spätere Untersuchungen und mehrere offizielle Überprüfungen kamen zu dem Schluss, dass Christie mit hoher Wahrscheinlichkeit Beryl Evans getötet hat. Juristisch wurde er dafür jedoch nie verurteilt. Der Fall entwickelte sich zu einem der bekanntesten Justizirrtümer Großbritanniens.
Geraldine Evans (Täterschaft umstritten)
Auch die 13 Monate alte Tochter Geraldine wurde 1949 tot aufgefunden. Für ihren Tod wurde Timothy Evans hingerichtet. Ob Christie auch dieses Kind ermordet hat, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Historiker und Kriminalexperten diskutieren den Fall bis heute kontrovers. Eine Verurteilung Christies für diesen Mord erfolgte jedoch nie.
Rita Nelson (gesichert)
Nach einer mehrjährigen Pause tötete Christie im Jahr 1952 erneut. Rita Nelson, eine 25-jährige Schwangere, lernte ihn kennen und vertraute ihm. Wie in den früheren Fällen setzte er zunächst Gas ein, bevor er sie strangulierte. Anders als bei seinen ersten Opfern vergrub er sie jedoch nicht im Garten. Stattdessen versteckte er ihre Leiche in einer Küchennische hinter einer Tapetenverkleidung. Dieser Fund sollte 1953 zur Aufdeckung seiner Mordserie beitragen.
Kathleen Maloney (gesichert)
Anfang 1953 lernte Christie in einem Café die 26-jährige Kathleen Maloney kennen. Auch sie folgte ihm in seine Wohnung. Die Vorgehensweise blieb identisch: Gas, Strangulation, Verbergen der Leiche in der Wohnung. Ihre sterblichen Überreste wurden später gemeinsam mit denen weiterer Opfer entdeckt.
Hectorina MacLennan (gesichert)
Im selben Jahr verschwand die 26-jährige Hectorina MacLennan, die in London auf Arbeitssuche war. Christie lockte sie in sein Haus und tötete sie auf die gleiche Weise. Ihre Leiche verbarg er hinter einer Tapete in der Küche. Zu diesem Zeitpunkt lebte Christie bereits in zunehmender Isolation, umgeben von den Leichen seiner Opfer.
Ethel Christie (gesichert, Anklagepunkt im Prozess)
Im Dezember 1952 tötete Christie schließlich seine Ehefrau Ethel, mit der er seit über 30 Jahren verheiratet gewesen war. Er strangulierte sie im Schlafzimmer und versteckte ihre Leiche unter den Dielenbrettern. Für diese Tat wurde er 1953 vor Gericht gestellt, verurteilt und hingerichtet. Obwohl mehrere weitere Tötungen bekannt waren, konzentrierte sich die Anklage formal ausschließlich auf den Mord an Ethel Christie.
Die gesicherte Zahl der Opfer liegt bei mindestens sechs Frauen. Unter Einbeziehung der wahrscheinlichen Fälle gehen viele Historiker von sieben bis acht Opfern aus. Eine höhere Zahl konnte jedoch nie zweifelsfrei bewiesen werden. Christies Haus wurde 1970 abgerissen. Doch der Fall bleibt ein düsteres Kapitel britischer Kriminalgeschichte, nicht nur wegen der Taten selbst, sondern auch wegen des Justizirrtums, durch den ein unschuldiger Mann sein Leben verlor.
(gesicherte und vermutete Fälle)
Zwischen 1943 und 1953 verwandelte John Reginald Halliday Christie sein Reihenhaus in der 10 Rillington Place in London in einen Ort des Grauens. Hinter unscheinbaren Wänden, unter Dielenbrettern und im schmalen Garten vergrub er seine Opfer. Es waren Frauen, die ihm vertrauten, die Hilfe suchten oder schlicht zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Einige Fälle gelten als gerichtsfest bewiesen, andere als historisch sehr wahrscheinlich, jedoch juristisch nie verurteilt.
Ruth Fuerst (gesichert)
Im Jahr 1943 begegnete Christie der 21-jährigen Österreicherin Ruth Fürst. Diese verschwand, nachdem sie seine Wohnung betreten hatte. Später wurde rekonstruiert, dass Christie sie mit einem improvisierten Gasgerät betäubte und anschließend strangulierte. Ihr Leichnam wurde im Garten von 10 Rillington Place verscharrt. Sie gilt als erstes eindeutig belegtes Mordopfer Christies.
Muriel Eady (gesichert)
Ein Jahr später, im Jahr 1944, geriet die 32-jährige Muriel Eady in Christies Umfeld. Unter dem Vorwand einer medizinischen Behandlung – mutmaßlich im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft – lockte er sie in seine Wohnung. Wie bei Fürst setzte er Gas ein, um sein Opfer zu schwächen, bevor er sie erdrosselte. Auch sie wurde im Garten des Hauses begraben. Beide Leichen blieben fast ein Jahrzehnt lang unentdeckt.
Beryl Evans (mit hoher Wahrscheinlichkeit Christie zuzuschreiben)
Im Jahr 1949 lebten Timothy und Beryl Evans mit ihrer kleinen Tochter im selben Haus. Beryl Evans war 20 Jahre alt und befand sich in einer schwierigen Lebenssituation. Am 8. November 1949 wurde sie tot in der Wohnung aufgefunden. Ihr Ehemann Timothy beschuldigte zunächst Christie, widerrief seine Aussage jedoch später und wurde schließlich selbst wegen Mordes verurteilt und im Jahr 1950 hingerichtet.
Nach Christies eigener Verhaftung im Jahr 1953 geriet dieses Urteil ins Wanken. Spätere Untersuchungen und mehrere offizielle Überprüfungen kamen zu dem Schluss, dass Christie mit hoher Wahrscheinlichkeit Beryl Evans getötet hat. Juristisch wurde er dafür jedoch nie verurteilt. Der Fall entwickelte sich zu einem der bekanntesten Justizirrtümer Großbritanniens.
Geraldine Evans (Täterschaft umstritten)
Auch die 13 Monate alte Tochter Geraldine wurde 1949 tot aufgefunden. Für ihren Tod wurde Timothy Evans hingerichtet. Ob Christie auch dieses Kind ermordet hat, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Historiker und Kriminalexperten diskutieren den Fall bis heute kontrovers. Eine Verurteilung Christies für diesen Mord erfolgte jedoch nie.
Rita Nelson (gesichert)
Nach einer mehrjährigen Pause tötete Christie im Jahr 1952 erneut. Rita Nelson, eine 25-jährige Schwangere, lernte ihn kennen und vertraute ihm. Wie in den früheren Fällen setzte er zunächst Gas ein, bevor er sie strangulierte. Anders als bei seinen ersten Opfern vergrub er sie jedoch nicht im Garten. Stattdessen versteckte er ihre Leiche in einer Küchennische hinter einer Tapetenverkleidung. Dieser Fund sollte 1953 zur Aufdeckung seiner Mordserie beitragen.
Kathleen Maloney (gesichert)
Anfang 1953 lernte Christie in einem Café die 26-jährige Kathleen Maloney kennen. Auch sie folgte ihm in seine Wohnung. Die Vorgehensweise blieb identisch: Gas, Strangulation, Verbergen der Leiche in der Wohnung. Ihre sterblichen Überreste wurden später gemeinsam mit denen weiterer Opfer entdeckt.
Hectorina MacLennan (gesichert)
Im selben Jahr verschwand die 26-jährige Hectorina MacLennan, die in London auf Arbeitssuche war. Christie lockte sie in sein Haus und tötete sie auf die gleiche Weise. Ihre Leiche verbarg er hinter einer Tapete in der Küche. Zu diesem Zeitpunkt lebte Christie bereits in zunehmender Isolation, umgeben von den Leichen seiner Opfer.
Ethel Christie (gesichert, Anklagepunkt im Prozess)
Im Dezember 1952 tötete Christie schließlich seine Ehefrau Ethel, mit der er seit über 30 Jahren verheiratet gewesen war. Er strangulierte sie im Schlafzimmer und versteckte ihre Leiche unter den Dielenbrettern. Für diese Tat wurde er 1953 vor Gericht gestellt, verurteilt und hingerichtet. Obwohl mehrere weitere Tötungen bekannt waren, konzentrierte sich die Anklage formal ausschließlich auf den Mord an Ethel Christie.
Die gesicherte Zahl der Opfer liegt bei mindestens sechs Frauen. Unter Einbeziehung der wahrscheinlichen Fälle gehen viele Historiker von sieben bis acht Opfern aus. Eine höhere Zahl konnte jedoch nie zweifelsfrei bewiesen werden. Christies Haus wurde 1970 abgerissen. Doch der Fall bleibt ein düsteres Kapitel britischer Kriminalgeschichte, nicht nur wegen der Taten selbst, sondern auch wegen des Justizirrtums, durch den ein unschuldiger Mann sein Leben verlor.
