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David Carpenter
David Joseph Carpenter wurde am 6. Mai 1930 in San Francisco geboren. Soweit durch Gerichtsakten und zeitgenössische Berichte belegt, zeichnet seine frühe Biografie das Bild eines zutiefst gestörten jungen Mannes. In der Schule wurde er wegen seiner Kleidung und einer Sprachstörung gehänselt. Berichten zufolge wurde er von seiner Mutter wiederholt misshandelt. Bereits als Jugendlicher fiel er durch sexuelle Übergriffe auf und kam früh mit dem Gesetz in Konflikt.
1955 heiratete er. In den folgenden Jahren wurde er Vater von drei Kindern. Doch hinter der bürgerlichen Fassade setzte sich seine Gewaltgeschichte fort. 1961 wurde er wegen eines Angriffs auf eine Frau mit Hammer und Messer zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach sieben Jahren wurde er vorzeitig entlassen. Während dieser Zeit stellten Gutachter bei ihm eine Persönlichkeitsstörung fest und ermittelten einen überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten von 125. In dieser Zeit ließ sich seine Ehefrau scheiden.
Nur vier Monate nach seiner Entlassung heiratete Carpenter im Jahr 1969 erneut. Bereits im Januar 1970 eskalierte jedoch die Gewalt: Er stach auf eine Frau ein und überfiel und vergewaltigte am selben Tag eine weitere. Wenige Tage später attackierte und vergewaltigte er eine weitere Frau – ihr Kind befand sich während des Überfalls in unmittelbarer Nähe. Carpenter wurde daraufhin wieder inhaftiert. 1979 erhielt er die Möglichkeit, den Rest seiner Strafe in einem Rehabilitationszentrum zu verbüßen.
Während dieses halbjährigen Aufenthalts begann die Mordserie, die ihn später als „Trailside Killer“ bekannt machen sollte. Im Gebiet des Mount Tamalpais Parks in Marin County ermordete er 1979 eine Frau. In den Jahren 1980 bis 1981 erschoss er weitere Menschen in und um San Francisco sowie im Santa-Cruz-Gebiet. Insgesamt wurde er später für sieben Morde verurteilt. Ermittlungen brachten ihn mit weiteren Tötungen in Verbindung, sodass ihm in Medienberichten häufig acht oder mehr Opfer zugeschrieben wurden. Die gesicherten Verurteilungen beziehen sich jedoch auf sieben Mordfälle zwischen 1979 und 1981.
Sein Vorgehen war wiederkehrend und erschreckend kalkuliert. Carpenter sprach Frauen auf abgelegenen Wanderwegen an, zwang sie bei Vorhalt einer Schusswaffe in entlegene Bereiche, missbrauchte sie und erschoss sie anschließend. Die abgelegenen Trails rund um den Mount Tamalpais in Marin County und später in Santa Cruz wurden zu Tatorten – Orte, die bis dahin als Inbegriff kalifornischer Naturidylle galten.
Im Jahr 1981 führten Zeugenaussagen, ballistische Gutachten und die Identifizierung durch eine Überlebende zu seiner Festnahme. 1984 wurde David Carpenter in zwei getrennten Prozessen zum Tode verurteilt. Er verbrachte Jahrzehnte im Todestrakt des San Quentin State Prison. Die Todesstrafe wurde jedoch nie vollstreckt.
Sein Fall bleibt ein düsteres Kapitel der kalifornischen Kriminalgeschichte und ist ein Beispiel für die Gefahren wiederholter vorzeitiger Entlassungen sowie für das Versagen früher Risikoeinschätzungen. Darüber hinaus steht er für eine Serie von Verbrechen, die das Sicherheitsgefühl einer ganzen Region nachhaltig erschütterten.
Seine belegten Mordopfer waren:
1979 - Zwei Frauen wurden in Marin County erschossen aufgefunden.
1980 - Eine weitere Frau wurde in der Nähe von San Francisco getötet.
1981 - Zwei junge Frauen verschwanden im Henry Cowell Redwoods State Park bei Santa Cruz; ihre Leichen wurden später entdeckt.