SERIENKILLER

Tatzeitraum & Opfer

Aktiv von 1989
Bis 1996
Bestätigte Opfer 3
Aktionsradius USA (Yonkers, Westchester County, New York)
Opfergruppen Frauen

Modus Operandi & Motive

Modus Operandi Strangulieren

Rechtliches

Festnahmejahr 2010
Urteil Am 17. Januar 2012 zu einer Freiheitsstrafe von 75 Jahren bis lebenslänglich verurteilt
Haftform Gefängnis/75 Jahr bis lebenslänglich
Bild 1
Zu diesem Täter gibt es leider kein gemeinfreies Foto.


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Francisco Acevedo
Der mutmaßliche Serienmörder von Yonkers blieb über Jahre hinweg unentdeckt. Als die erste Leiche gefunden wurde, ahnte niemand, dass dies der Beginn einer Mordserie war, die sich über fast ein Jahrzehnt erstrecken sollte. Drei Frauen, nackt, mit gefesselten Händen auf dem Rücken und dem Gesicht nach oben, wurden in grotesken Posen im Süden von Yonkers abgelegt. Zwei von ihnen wurden in einem abgelegenen Industriegebiet gefunden, die dritte Jahre später in einem Motel im Osten der Stadt.



„Es war unheimlich“, erinnerte sich John D’Alessandro, ein pensionierter Kriminalbeamter. „Wir wussten sofort: Das hier ist kein gewöhnlicher Täter. Das ist ein Serienmörder.“ Doch der Täter blieb ein Phantom. Sieben Jahre lang. Zwei Jahrzehnte lang.


Erst die moderne Forensik brachte Bewegung in einen Fall, der längst zu den ungelösten Albträumen der Stadt gehörte. Der Name, der schließlich auftauchte, überraschte selbst die Ermittler: Francisco A. Acevedo Jr., 42 Jahre alt, Familienvater und Arbeiter – ein Mann, den niemand je mit drei grausamen Morden in Verbindung gebracht hätte.

Acevedo soll zwischen 1989 und 1996 drei Frauen brutal geschlagen, vergewaltigt und erwürgt haben: Maria Ramos (26), Tawanda Hodges (28) und Kimberly Moore (30). Zwei der Opfer waren Prostituierte aus der Bronx, das dritte war eine junge Frau aus Greenburgh, ehemalige Turnerin und Schülerin der Woodlands High School.


Die Tatorte unterschieden sich, das Muster jedoch nicht. Alle drei Leichen waren sorgfältig arrangiert. Die Ermittler sprachen von „sexuellem Posieren“, einem seltenen Verhalten, das nur bei etwa einem Prozent aller Mörder vorkommt. Der Durchbruch kam im Jahr 2009: Acevedo saß wegen einer Trunkenheitsfahrt in der Green Haven Correctional Facility ein und gab im Rahmen eines Bewährungsantrags eine DNA-Probe ab. Wenige Wochen später meldete sich das forensische Labor: Übereinstimmung. Volltreffer. Nach fast 20 Jahren hatte die Polizei ihren Mann.



Was sie fanden, passte jedoch nicht zum Bild des Monsters. Acevedo lebte mit seiner Frau und zwei kleinen Söhnen in Bay Shore. Er war untersetzt, Brillenträger und 1,73 Meter groß. Kein genialer Täter, kein charismatischer Psychopath. „Man sucht nach einem Monster“, sagte Detective John Geiss. „Und findet einen Familienvater.

“

Die Ermittler mussten sich eingestehen, dass sie jahrelang am falschen Ort gesucht hatten. Das klassische FBI-Profil – weiß, hochintelligent, charismatisch – hatte sie in die Irre geführt. Acevedo hatte einen durchschnittlichen IQ. Aber er kannte die Straße. Seine Vergangenheit war von Gewalt geprägt. Bereits 1986 hatte er in Connecticut ein junges Mädchen entführt, gefesselt, vergewaltigt und misshandelt. Er erhielt eine zehnjährige Haftstrafe, kam jedoch acht Monate vor dem ersten Mord in Yonkers wieder frei. In den folgenden Jahren arbeitete er als Hilfsarbeiter, Koch, Bäcker und Spüler. Er zog durch Connecticut, Mount Vernon und Long Island.


Hinter der Fassade des ruhigen Nachbarn häuften sich die Anzeigen wegen häuslicher Gewalt. Er schlug seine Frau und verbrachte mehrere Monate im Gefängnis. Doch nichts führte die Ermittler nach Yonkers. Bis die DNA-Spuren sprachen. Acevedo wurde in allen drei Mordfällen angeklagt. Er plädierte auf „nicht schuldig”. Seine Anwältinnen versuchten, die DNA-Beweise auszuschließen. Sollte er verurteilt werden, droht ihm lebenslange Haft ohne Aussicht auf Bewährung.



Für den ehemaligen Ermittlungsleiter Frank LoCascio war es bis zuletzt schwer zu fassen: „Francisco Acevedo? Dieser Name sagte niemandem etwas. Genau das machte ihn so gefährlich.

“

Ein Mann, den niemand bemerkte. Ein Täter, der fast zwanzig Jahre lang unsichtbar blieb.


Weitere dokumentierte Hinweise

1

Maria Ramos – Der erste Mord, Yonkers, New York – Februar 1989
Maria Ramos war 26 Jahre alt. Über ihr Leben ist heute nur wenig bekannt – ein Umstand, der viele True-Crime-Fälle begleitet und bei dem die Opfer schnell zu Randfiguren werden. Doch Maria war ein Mensch mit Beziehungen, Hoffnungen und einem Alltag, der an diesem Wintertag abrupt endete. Am 5. Februar 1989 wurde sie tot in Yonkers aufgefunden. Ihr Körper wies deutliche Spuren von Gewalt auf. Die Todesursache war Strangulation. Die Ermittlungen liefen ins Leere. Es gab keine Zeugen, keinen Tatverdächtigen und keine verwertbaren Hinweise. So wurde der Fall zu einem von vielen ungelösten Tötungsdelikten in der Region. Was damals niemand wissen konnte: Marias Tod war kein Einzelfall. Er war der Beginn einer Serie, die sich über Jahre erstrecken sollte – unsichtbar, unerkannt, vergessen. Erst Jahrzehnte später sollte sich herausstellen, dass die am Körper der Toten gesicherten DNA-Spuren der Schlüssel zur Wahrheit waren.

Tawanda Hodges – Ein Muster entsteht Yonkers, New York – März 1991
Zwei Jahre nach dem Mord an Maria Ramos wurde eine weitere Frau tot aufgefunden. Tawanda Hodges, 28 Jahre alt, wurde am 28. März 1991 in Yonkers entdeckt. Auch sie war nackt, auch sie wurde erdrosselt. Die Tat wies auffallende Parallelen zum Fall Ramos auf. Doch erneut fehlte ein Täter. Die Ermittler ahnten zwar, dass es Zusammenhänge geben könnte, doch ohne DNA-Abgleich, ohne Verdächtigen, ohne Geständnis blieb alles Spekulation. Der Fall wurde abgelegt. Cold Case. Rückblickend betrachtet war dies der Moment, in dem sich ein Muster abzuzeichnen begann:

• sexuelle Komponente
• Strangulation
• Ablegen des Körpers
• Völliges Verschwinden des Täters.

Tawanda Hodges wurde das zweite bekannte Opfer eines Mannes, der über Jahre hinweg vollkommen unbehelligt blieb.


Kimberly Moore – Das letzte Opfer Yonkers, New York – Mai 1996
Kimberly Moore, das letzte Opfer, in Yonkers, New York, gefunden. Am 24. Mai 1996 wurde die Leiche der 30-Jährigen im Trade Winds Motor Court Motel entdeckt. Wie bei den vorherigen Opfern war sie:
• nackt
• durch Strangulation getötet
• in Yonkers aufgefunden.

Doch auch dieser Mord führte zu keiner unmittelbaren Festnahme. Mit Kimberly Moore endete die bekannte Mordserie von Francisco Acevedo. Nicht, weil er gefasst wurde, sondern weil er aufhörte oder unauffällig blieb. Drei Morde über sieben Jahre. Kein Zusammenhang wurde erkannt. Es wurde kein Täter gesucht, der existierte.

2

Art der Tat und Ermittlungen
Die Mordfälle wiesen mehrere gemeinsame Merkmale auf, die die Ermittler später verbanden. Die Opfer wurden nach ihrer Ermordung gefunden, häufig nackt, gefesselt und mit strangulationsbedingter Todesursache. DNA-Spuren aus verschiedenen Fällen stimmten überein, doch über Jahre gab es keinen Verdächtigen, bis Acevedo durch eine freiwillig abgegebene Probe ermittelt wurde. Zwar wurde er auch des sexuellen Kontakts mit den Opfern beschuldigt, vor Gericht wurde er in diesen Punkten jedoch freigesprochen; die Verurteilung basierte auf Mordbeweisen.

Die Aufklärung – Jahrzehnte später
Erst 2009, mehr als 20 Jahre nach dem ersten Mord, änderte sich alles. Im Rahmen eines völlig anderen Verfahrens gab Francisco Acevedo freiwillig eine DNA-Probe ab. Diese Probe wurde mit alten Spuren abgeglichen. Das Ergebnis: Übereinstimmung mit allen drei Mordfällen. Drei Cold Cases wurden plötzlich zu einer Serie. Ein Täter, der jahrelang unsichtbar gewesen war, wurde enttarnt. 2012 wurde Acevedo wegen dreifachen Mordes zu 75 Jahren bis lebenslanger Haft verurteilt.

Der Fall Francisco Acevedo ist weniger bekannt als andere Serienmorde, aber kriminalistisch hoch relevant. Er zeigt die Grenzen klassischer Ermittlungsarbeit, belegt die Bedeutung moderner DNA-Datenbanken und macht deutlich, wie leicht Täter verschwinden können, wenn ihre Opfer gesellschaftlich wenig Beachtung finden. Diese drei Frauen starben nicht, weil der Täter besonders clever war, sondern weil niemand wusste, wonach er suchen musste. Ihre Namen sind heute dokumentiert. Ihre Geschichten dürfen nicht vergessen werden.

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