SERIENKILLER

Tatzeitraum & Opfer

Aktiv von 1996
Bis 1997
Bestätigte Opfer 15
Aktionsradius Peking, Hebei, Xinjiang (China)
Opfergruppen Polizeibeamte, Soldaten, aber auch Zivilisten

Modus Operandi & Motive

Modus Operandi Schusswaffen bei bewaffneten Überfällen
Hauptmotive Groll gegen Autoritäten und Ordnungskräfte, Hass auf das System

Rechtliches

Festnahmejahr 1997
Urteil Todesstrafe
Hinrichtungsjahr 1998
Bild 1
Zu diesem Täter gibt es leider kein gemeinfreies Foto.


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Bai Baoshan
China ist ein Land mit einer jahrtausendealten Geschichte. Doch auch hier gibt es Abgründe, die tief reichen. Gewalttaten, die Behörden und Öffentlichkeit über Monate in Atem halten. Dies ist die Geschichte von Bai Baoshan, einem Mann, der nach Jahren im Gefängnis zur lebenden Legende wurde … und zu einem der berüchtigtsten Serienmörder der Volksrepublik China.

Er wurde am 6. November 1958 im Shijingshan-Bezirk von Peking geboren und wuchs in einem sich wandelnden China auf. Sozialer Druck, politische Umbrüche und ein rigides Rechtssystem sind die Hintergründe seiner frühen Jahre. Doch bald führt ihn das Schicksal auf eine dunkle Bahn. Im Jahr 1983 begeht Bai Baoshan einen bewaffneten Raubüberfall, bei dem Menschen getötet werden. Dafür verurteilte ihn das chinesische Gericht zu 15 Jahren Haft. Bai verbringt 13 Jahre im Gefängnis – Jahre, die Spuren in seiner Psyche hinterlassen. Am 7. März 1996 wird Bai überraschend früh aus dem Gefängnis entlassen. Er ist frei, aber nicht innerlich rehabilitiert. In ihm keimt stattdessen ein tiefsitzender Groll gegen das System, gegen Ordnungskräfte und gegen jede Institution, die sein Leben geprägt hat.

Nur Tage nach seiner Freilassung beginnt er, eine blutige Spur durch Nordchina zu ziehen. Es gibt bewaffnete Überfälle auf Polizeiwachen, Schüsse auf Soldaten und Beamte sowie Angriffe auf Zivilisten. Bai nutzt dabei Schusswaffen, die er sich in den ersten Tagen nach seiner Rückkehr beschafft hat, und geht mit tödlicher Präzision vor. Bai schließt sich mit einem Mann namens Wu Ziming zusammen. Gemeinsam ziehen sie weiter durch verschiedene Provinzen, darunter Xinjiang. Sie überfallen, töten und erbeuten zusammen rund 1,4 Millionen Yuan Bargeld. Doch bald zerbricht die Partnerschaft. In einem Streit über die Beute erschießt Bai seinen Komplizen.

Eine vollständige, öffentlich zugängliche Liste aller Opfer gibt es in China nicht. Doch aus polizeilichen und historischen Berichten ergibt sich ein klares Gesamtbild. Mindestens 15 Menschen sind offiziell als Mordopfer von Bai Baoshan anerkannt. Hinzu kommen zahlreiche Verletzte durch seine Überfälle und Schüsse. Zu den Opfern zählen Polizisten, Soldaten und Zivilisten. Menschen, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Nach monatelanger Fahndung entdeckte die chinesische Polizei Bai Baoshan am 5. September 1997 in einem Wohnhaus in Peking. Sie umstellten das Haus, beschossen Bai Baoshan und überwältigten ihn schließlich.

Er wird nach Xinjiang überstellt, wo er sich wegen mehrfachen Mordes, bewaffneten Raubes und weiterer schwerer Verbrechen vor Gericht verantworten muss. Das Urteil lautet auf Todesstrafe. Im April 1998 wird die Strafe vollzogen – Bai Baoshan wird erschossen, wenige Wochen nach seiner Verurteilung. Bai Baoshan ist mehr als eine Statistikkategorie in chinesischen Kriminalakten. Er ist ein Symbol für einen Menschen, dessen innere Wut ihn zum Zerstörer werden ließ. Sein Fall wurde in China mehrfach als Beispiel dafür rezipiert, wie tief Menschen nach jahrelanger Haft traumatisiert sein können und wie gefährlich es werden kann, wenn diese Wut in Gewalt umschlägt.


Weitere dokumentierte Hinweise

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Hintergrund & psychologischer Kontext

Die lange Haftzeit hat ihn stark geprägt. Er verbrachte 13 der insgesamt 15 verurteilten Jahre im Gefängnis. Viele Zeitzeugen und Experten sehen diese lange Gefängniszeit als Schlüssel für seine spätere Gewaltbereitschaft. Erfahrungen von Isolation, dem Kampf ums Überleben im Gefängnis und Demütigungen können Persönlichkeitsstrukturen dauerhaft verändern.

Anders als viele Gewalttäter, die nach der Haft ein ruhiges Leben führen, begann Bai bereits fünf Tage nach seiner Freilassung am 7. März 1996 seine kriminelle Karriere. Dies spricht gegen eine „Verzweiflungstat“ und eher für eine tiefsitzende Motivation, Gewalt zu nutzen, um sein Umfeld zu kontrollieren oder zu bestrafen.

Trotz der strengen Waffengesetze in China gelang es Bai, bewaffnete Überfälle zu begehen. Er nutzte vor allem gestohlene und oft illegal verfügbare Schusswaffen. Dies zeigt, dass der Fall auch eine Schattenseite der Sicherheitslage beleuchtet. Bai ging gezielt vor. Er überfiel Polizeistationen und Militärposten. Stellen mit hohem Risiko. Diese Aktionen zeugen von einem gewissen strategischen Denken, Mut zur Eskalation und Bereitschaft zur Gewalt. Bai Baoshan war kein örtlich begrenzter Täter, sondern agierte überregional, unter anderem in Peking, Hebei und Xinjiang. Diese geografische Streuung erschwerte die Fahndung und verlängerte die Tatzeit.

Die Auseinandersetzung mit seinem Komplizen Wu Ziming gipfelte darin, dass Bai ihn selbst erschoss, nachdem sie gemeinsam mehrere Überfälle begangen hatten. Dies unterstreicht, dass Bai nicht loyal war, sondern bei Konflikten tödlich eskalierte.

Nach seiner Festnahme am 5. September 1997 wurde Bai schnell abgeurteilt. Die Todesstrafe wurde noch im selben Jahr, 1998, vollstreckt. Das ist in China nicht ungewöhnlich, da schwere Gewaltverbrechen dort schneller abgehandelt werden als in vielen westlichen Staaten.

In offiziellen Quellen werden mindestens 15 bestätigte Mordopfer genannt. Einige Berichte sprechen jedoch von bis zu 17 bzw. mehr als 20 Opfern (meist unbestätigte Medienangaben). Die Diskrepanz entsteht, weil China nicht alle Opfer in offiziellen Veröffentlichungen berücksichtigt.

Im chinesischen Strafrecht gilt: Mord mit Vorsatz wird zentral verfolgt. Die Todesstrafe durch Erschießen war zu dieser Zeit eine der häufigsten Vollstreckungsmethoden und ist es bis heute. Bai wurde nicht nur wegen Mordes, sondern auch wegen bewaffneten Raubes und Gefährdung der öffentlichen Sicherheit verurteilt.

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