SERIENKILLER

Tatzeitraum & Opfer

Aktiv von 1995
Bis 2001
Bestätigte Opfer 22
Vermutete Opfer 27
Aktionsradius Schweiz, Raum Luzern
Opfergruppen Vunerable Menschen

Modus Operandi & Motive

Modus Operandi Medikamente, Ersticken
Hauptmotive Macht, Kontrolle und Dominanz über wehrlose Menschen – nicht Mitleid.

Rechtliches

Festnahmejahr 2001
Urteil Lebenslange Freiheitsstrafe
Haftform Gefängnis
Bild 1
Zu diesem Täter gibt es leider kein gemeinfreies Foto.


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Roger Andermatt
„In den stillen Fluren eines Schweizer Pflegeheims stirbt jemand. Niemand schlägt Alarm. Es ist ja nicht ungewöhnlich, wenn hochbetagte Menschen sterben. Doch was, wenn der Tod nicht natürlich ist, sondern geplant?“

Der Mann, dem man vertraute. Roger Andermatt arbeitet als Pflegehelfer. Er verteilt Medikamente, hilft beim Waschen und kennt die Gewohnheiten der Bewohner. Nach außen wirkt er freundlich und zuverlässig – ein Mensch, dem man nachts den Schlüssel zum ganzen Haus anvertraut.
Parallel führt er ein zweites Leben. Er tritt als DJ und Tanzlehrer auf. Zwei Welten, die nichts voneinander wissen.

Die Menschen, die Andermatt auswählt, sind alt, krank und oft dement. Viele von ihnen können nicht mehr sagen, was sie erleben. Wenn sie sterben, heißt es: Herzversagen. Altersschwäche. Komplikationen. Doch niemand ahnt, dass ein Pfleger den Zeitpunkt des Todes aktiv bestimmt.

Andermatt nutzt, was ihm sein Job bietet: Medikamente, Schlaf- und Beruhigungsmittel in tödlicher Dosis. Erstickung durch Tücher oder Plastiksäcke, lautlos und ohne Kampfspuren. Es sind Methoden, die wie ein natürlicher Tod aussehen. Genau deshalb bleibt er jahrelang unentdeckt.

In bestimmten Heimen häufen sich die Todesfälle. Und das immer dann, wenn Andermatt Dienst hat. Ein ungutes Gefühl breitet sich aus. Akten werden geprüft. Es werden Exhumierungen angeordnet. Die Ergebnisse sind eindeutig: Mehrere Bewohner sind nicht auf natürliche Weise gestorben.

Im Sommer 2001 schlagen die Ermittler zu. Andermatt wird festgenommen. In den Vernehmungen spricht er von „Erlösung” für die Kranken.
Die Staatsanwaltschaft sieht das jedoch anders: Mord. Serienmord. Vor Gericht werden 22 Todesfälle als Mord nachgewiesen. Die Betroffenen waren überwiegend zwischen 66 und über 90 Jahre alt, meist Frauen – Menschen, die ihren Lebensabend in Sicherheit verbringen sollten.
Ihre Namen bleiben oft anonym, doch ihr Schicksal ist erschütternd: Sie starben nicht, weil ihre Zeit gekommen war, sondern weil ein Pfleger es so entschied.

Das Gericht spricht das härteste Urteil aus: lebenslange Haft. Die Verteidigung spricht von Mitleid. Die Richter sagen jedoch, es handelte sich um Tötung aus Macht, nicht aus Barmherzigkeit.

Roger Andermatt gilt bis heute als der tödlichste Serienmörder der Schweiz. Sein Fall veränderte die Pflege: Es gibt strengere Kontrollen, mehr Dokumentation und das Vier-Augen-Prinzip wurde eingeführt. Doch für 22 Familien kommt jede Reform zu spät.


Weitere dokumentierte Hinweise

1

Wer ist Roger Andermatt?
Roger Andermatt ist ein verurteilter Serienmörder aus der Schweiz. Er gilt als der serienmäßig tödlichste Pflegemörder der Schweizer Kriminalgeschichte. Er arbeitete als Pflegehelfer und Krankenpfleger in mehreren Alters- und Pflegeheimen in der Zentralschweiz, vor allem im Raum Luzern. In den Medien wurde er oft als „Todespfleger von Luzern” oder „Angel of Death” (Engel des Todes) bezeichnet. Neben seiner Arbeit im Pflegebereich führte er ein Doppelleben: Er war zeitweise als Tanzlehrer und DJ („R.O-Gee“) aktiv. Dieses Doppelleben wurde während des Prozesses thematisiert.

Andermatt tötete Menschen in Pflegeheimen, die pflegebedürftig, oft demenzkrank und körperlich schwach waren. Laut Ermittlungen und Presseberichten kamen mehrere Methoden zum Einsatz. Dazu zählten Überdosierungen von Medikamenten (z. B. Schlaf- oder Beruhigungsmittel) sowie Erstickung durch Säcke oder Tücher, die teilweise über Nase und Mund gelegt wurden. Solche Tötungsmethoden waren schwer zu entdecken, da die Opfer bereits sehr krank und pflegebedürftig waren.

Opferzahlen

Die offizielle Strafverfolgung stützte sich auf folgende Zahlen: 22 Menschen wurden gerichtlich als Mordopfer verurteilt. Hinzu kamen mehrere versuchte Tötungsdelikte. Andermatt selbst gab an, für mehr als 22 Todesfälle verantwortlich zu sein. In einigen Berichten äußerte er, bis zu 27 Fälle zu kennen. Die Opfer waren meist ältere Menschen im Alter von etwa 66 bis 95 Jahren, überwiegend Frauen.

Die Taten blieben über Jahre unentdeckt, da viele Bewohner der Heime ohnehin hochbetagt und krank waren. Ein Muster fiel erst auf, als in bestimmten Stationen ungewöhnlich viele Todesfälle registriert wurden. Im Jahr 2001 wurden Körper exhumiert und obduziert, was den Verdacht erhärtete und zu Ermittlungen führte. Andermatt wurde im Juni 2001 verhaftet und gab die Taten schließlich teilweise zu.

Prozess und Urteil
Der Prozess endete mit einem klaren Urteil. Lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mord in zahlreichen Fällen wurde 2005 verhängt. In der Berufungsverhandlung 2006 wurden die Zahl der Mordurteile etwas angepasst, aber das Lebensurteil blieb bestehen. Die Verteidigung argumentierte, er habe aus Mitleid gehandelt, das Gericht folgte dieser Linie nicht.

Andermatt sitzt bis heute in Haft und gilt als weiterhin gefährlich, wobei seine mögliche Entlassung als äußerst unwahrscheinlich gilt. Roger Andermatt ist der Serienkiller mit den meisten Opfern in der Geschichte der Schweiz. Der Fall führte zu kritischen Debatten über Aufsichtssysteme und pflegerische Kontrolle in Altersheimen. Experten betrachten insbesondere, wie ein Täter über Jahre im Gesundheitssystem unentdeckt bleiben konnte.

2

Tatorte & Opfer – Überblick nach belegten Ermittlungsakten

Die Schweizer Justiz hat die Namen der Opfer nicht veröffentlicht. Die vorliegenden Fakten basieren auf Gerichtsurteilen, Obduktionsakten und Anklageschriften.

1995–1996, Pflegeheim im Raum Luzern: Hochbetagte, meist demente Bewohner, die mit Medikamenten in Atemlähmung versetzt wurden.

1996–1998, zweites Altersheim (Zentralschweiz): Pflegebedürftige Frauen und Männer – Überdosierung von Sedativa

1998–1999, Langzeitpflegestation, bettlägerige Patienten – Ersticken und Medikamentencocktail

1999–2000, gerontologische Abteilung, sehr alte, bewegungsunfähige Menschen – Atemblockade

2000–2001, letzter Einsatzort: schwer kranke Heimbewohner – Morphin und Erstickung.

Alle 22 anerkannten Mordopfer stammen aus diesen Pflegeeinrichtungen. Der Todeszeitpunkt war fast immer nachts, wenn nur wenig Personal anwesend war.

Rekonstruktion eines typischen Mordes
(Nach Gerichtsprotokollen, Aussagen und forensischen Untersuchungen – diese Darstellung fasst mehrere belegte Tatabläufe zu einem realistischen Ablauf zusammen.)

23:40 Uhr: Die Nacht beginnt…
Das Pflegeheim ist ruhig. Viele Bewohner schlafen oder sind sediert. Roger Andermatt hat Alleindienst auf der Station.

23:52 Uhr – Das Opfer…
Eine über 80-jährige Frau, dement und kaum noch sprechfähig. Sie liegt hilflos im Bett. Sie kennt ihren Namen nicht mehr, aber sie vertraut dem Mann in Weiß.

23:55 Uhr – Der erste Schritt…
Andermatt verabreicht der Frau ein stärker dosiertes Schlafmittel als verordnet. Er weiß, wie viel der Körper noch verträgt und ab welcher Dosis es tödlich ist.

00:10 Uhr – Warten…
Die Atmung wird langsamer. Der Puls wird schwächer. Die Frau schläft tief, ein Zustand zwischen Bewusstsein und Bewusstlosigkeit.

00:14 Uhr – Der Tod…
In mehreren Fällen belegt: Andermatt legt ein Tuch oder einen Plastiksack über Mund und Nase. Die Patientin ist zu schwach, um sich zu wehren.
Innerhalb weniger Minuten treten Sauerstoffmangel, Bewusstlosigkeit und schließlich Herzstillstand ein.

00:25 Uhr – Tarnung…
Andermatt entfernt die Spuren. Kein Blut. Keine Verletzungen.

Im Bericht steht später: „Verstorben im Schlaf. Natürlicher Tod.“ Dieses Muster wiederholt sich über Jahre hinweg in mehreren Heimen bei mindestens 22 Menschen. Warum hat niemand es sofort bemerkt? Die Opfer waren alt und krank. Sterben war dort alltäglich. Seine Methoden erzeugten keine sichtbaren Spuren. Andermatt wirkte wie ein hilfsbereiter Pfleger.

3

Seine Motive – was die Gerichte als gesichert ansehen
Andermatt selbst sprach in Vernehmungen von „Erlösung” und „Mitleid”. Die Gerichte wiesen diese Darstellung jedoch klar zurück.

Forensisch und juristisch wurde Folgendes festgestellt:

1) Macht über Leben und Tod:
Sachverständige und Richter kamen übereinstimmend zu dem Schluss, dass Andermatt die absolute Kontrolle suchte. Er allein entschied, wer leben darf und wer stirbt.

2) Kein Mitleid, sondern Dominanz:
Die Opfer waren hilflos, abhängig und oft dement. Gerade diese völlige Ausgeliefertheit ermöglichte es ihm, ohne Widerstand zu töten – ein zentrales Motiv.

3) Seriencharakter spricht gegen „Sterbehilfe“:
Die Taten wiederholten sich über Jahre in verschiedenen Heimen mit gleichen Methoden. Das Gericht stellte fest: Wer aus Mitleid tötet, hört auf. Wer aus Macht tötet, macht weiter.

4) Doppelleben als psychologischer Faktor
Andermatt führte zwei Identitäten: der freundliche Pfleger und der DJ und Entertainer. Psychiater bewerteten dies als Zeichen einer starken Spaltung sowie eines Bedürfnisses nach Bewunderung und Kontrolle.

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