Tatzeitraum & Opfer
Modus Operandi & Motive
Rechtliches
Denis Kazungu (Ruanda)
Denis Kazungu ist ein ruandischer Serienmörder, der international bekannt wurde, nachdem im September 2023 mehrere Leichen auf seinem Grundstück in Kigali entdeckt wurden. Nachweislich wurde er wegen 14 Tötungsdelikten verurteilt. Die meisten Opfer waren Frauen. Er gilt als einer der schwersten dokumentierten Serienmordfälle in der jüngeren Geschichte Ruandas. Öffentlich gesicherte biografische Informationen über Denis Kazungu sind begrenzt. Er wurde laut Gerichtsunterlagen und Medienberichten um 1989/1990 geboren und lebte in einem Vorort der Hauptstadt Kigali, im Gebiet Gashikiri/Busanza im Sektor Kanombe, Distrikt Kicukiro. Vor seiner Festnahme betrieb er nachweislich ein Geschäft für Ersatzteile von Motorrädern. In einigen Medien wird zudem erwähnt, dass er zeitweise als Englischlehrer gearbeitet haben soll, dies ist jedoch weniger stark belegt als seine Tätigkeit im Motorradersatzteilhandel.
Die belegten Taten ereigneten sich zwischen April 2022 und September 2023. In diesem Zeitraum mietete Kazungu ein Haus in Busanza/Kanombe, in das er seine Opfer lockte. Ermittlungen ergaben, dass er den Tatort über längere Zeit systematisch nutzte. Gesichert ist, dass Denis Kazungu 14 Morde gestand und später entsprechend verurteilt wurde. Die Behörden fanden zunächst 12 Leichen auf seinem Grundstück. Kazungu erklärte später, zusätzlich zwei weitere Menschen getötet zu haben, deren Überreste nicht gefunden wurden. Die meisten Opfer waren Frauen; mindestens 11 Opfer waren weiblich und ein Opfer männlich, das Geschlecht der übrigen zwei von ihm gestandenen Opfer blieb öffentlich unklar. Namen und vollständige Identitäten der Opfer wurden aus Ermittlungsgründen größtenteils nicht veröffentlicht.
Nach den Ermittlungen sprach Kazungu gezielt Menschen – meist Frauen – in Bars und Nachtlokalen an und lockte sie unter verschiedenen Vorwänden in sein gemietetes Haus in Kigali. Dort beraubte, vergewaltigte und tötete er viele seiner Opfer. Anschließend versteckte oder vergrub er die Leichen in einer Grube unter beziehungsweise nahe seiner Küche. Ermittler warfen ihm außerdem die Schändung menschlicher Leichen vor. Berichten zufolge nutzte er teilweise falsche Identitäten und verschiedene Namen, um seine Spuren zu verschleiern.
Kazungu wurde am 5. September 2023 festgenommen. Auslöser war nicht primär eine Mordermittlung, sondern sein Vermieter, der sich an Behörden wandte, weil Kazungu über Monate keine Miete gezahlt und den Zugang zum Haus verweigert hatte. Als Ermittler das Haus überprüften, entdeckten sie eine Grube mit menschlichen Überresten. Daraufhin gestand Kazungu zahlreiche Tötungen. Interessant ist: Er war bereits im Juli 2023 wegen Vergewaltigung, Raub, Diebstahl und Bedrohung vorübergehend festgenommen worden, wurde aber mangels Beweisen wieder freigelassen.
Mindestens drei Frauen konnten belegbar entkommen, bevor sie getötet wurden. Nachbarn meldeten verdächtige Vorfälle mehrfach lokalen Verantwortlichen. Diese wurden laut Berichten jedoch als gewöhnliche Streitigkeiten mit Sexarbeiterinnen interpretiert und nicht konsequent verfolgt. Dies führte später zu Kritik an lokalen Behörden und der frühen Einschätzung der Gefahr.
Ein eindeutiges, abschließend bestätigtes Motiv wurde offiziell nie festgestellt. Kazungu selbst machte teils widersprüchliche Angaben. In Gerichtsunterlagen sagte er, er habe keine nachvollziehbare Erklärung für seine Taten. Teilweise behauptete er, einige Opfer hätten ihn mit HIV infiziert, was als mögliches Motiv diskutiert wurde, jedoch nicht unabhängig bestätigt ist. Sicher belegt sind hingegen sexuelle Gewalt, Raub und Machtausübung als Bestandteile seiner Taten. Ermittler behandelten den Fall primär als Kombination aus Mord, Vergewaltigung und Eigentumsdelikten.
Am 21. September 2023 bekannte sich Kazungu vor Gericht grundsätzlich schuldig. Gegen ihn wurden unter anderem Anklagen wegen Mordes, Vergewaltigung, Folter, Raub, Freiheitsberaubung, Leichenschändung, Betrug und Identitätsmissbrauch erhoben. Am 8. März 2024 verurteilte ihn ein Gericht in Kigali zu lebenslanger Haft. Im Jahr 2025 legte seine Verteidigung Berufung ein, argumentierte mit Kooperation und Reue, doch das Gericht bestätigte die lebenslange Freiheitsstrafe.