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Arwed Erich Imiela: Der „Blaubart von Fehmarn“ – Die wahre Geschichte eines charmanten Frauenmörders
Wer war Arwed Erich Imiela? Die Geschichte des „Blaubart von Fehmarn“, der Frauen täuschte, ihr Vermögen erschlich und wegen vierfachen Mordes verurteilt wurde.
Er wirkte gebildet, charmant und kultiviert. Er war ein Mann mit ruhiger Stimme, astrologischem Wissen und der Fähigkeit, Menschen das Gefühl zu geben, verstanden zu werden. Frauen vertrauten ihm, einige verliebten sich sogar in ihn. Andere glaubten, in ihm einen klugen Ratgeber gefunden zu haben. Doch hinter der höflichen Fassade des selbsternannten „Diplom-Astrologen” soll sich einer der rätselhaftesten Serienmörder der deutschen Nachkriegsgeschichte verborgen haben. Ein Mann, der das Vertrauen seiner Opfer zu seiner gefährlichsten Waffe machte. Und dessen Opfer spurlos verschwanden.
Ein schwieriger Anfang: Die frühe Biografie von Arwed Imiela
Als Arwed Erich Imiela am 7. Oktober 1929 in Schlawe in Pommern geboren wurde, ahnte niemand, dass sein Name Jahrzehnte später bundesweit Schlagzeilen machen würde. Seine Kindheit verlief schwierig. Die Eltern trennten sich früh. Das Familienleben galt als konfliktreich. Später berichtete Imiela selbst von einem gewalttätigen Stiefvater und davon, sich innerhalb der Familie benachteiligt gefühlt zu haben. Ob diese Erfahrungen sein späteres Verhalten beeinflussten, bleibt Spekulation. Fest steht, dass er schon früh eine bemerkenswerte Fähigkeit zur Anpassung und zur Täuschung an den Tag legte.
Nach dem Krieg: Ein Mann erfindet sich neu
Deutschland lag in Trümmern. Während viele ums Überleben kämpften, begann Arwed Imiela offenbar, an einer neuen Version seiner selbst zu arbeiten. Nach Kriegsende bewegte er sich im Umfeld von Schwarzmarktgeschäften und Gelegenheitsjobs. Dann erschuf er eine neue Identität. Mit gefälschten Dokumenten gab er sich als „Detlev-Klaus Holm-Menhardt” aus. Er behauptete, älter zu sein, das Abitur zu besitzen und sogar Junglehrer zu sein. Dies war die erste dokumentierte Täuschung in einem Leben, das später von Manipulation geprägt sein sollte. 1952 flog der Betrug auf. Die Folge waren zwei Jahre Gefängnis wegen Betrugs. Doch gerade dort begann ein neues Kapitel. Während seiner Haft beschäftigte sich Imiela intensiv mit Astrologie. Nach seiner Entlassung baute er sich damit eine Existenz auf. Er bezeichnete sich als „Diplom-Astrologe“ und bot Horoskope, Lebensberatung und astrologische Deutungen an. Für viele Kunden wirkte er intelligent, kultiviert und vertrauenswürdig. Vor allem Frauen suchten seinen Rat. Und genau hier begann offenbar sein perfides Muster.
Die Frauen, die plötzlich verschwanden
Ende der 1960er Jahre lernte Imiela die vermögende Annemarie Schröder kennen. Sie vertraute ihm. Kurz darauf verschwand sie. Dann verschwand auch ihre Mutter, Anna-Maria Kieferle. Bis heute wurden ihre Leichen nicht gefunden. Damals wusste niemand genau, was geschehen war. Es gab keinen Tatort. Keine Leiche. Kein Geständnis. Nur ein wachsendes Gefühl, dass hinter den verschwundenen Frauen etwas Dunkles lauerte.
Fehmarn: Die Insel der Geheimnisse
Imiela zog sich auf die Ostseeinsel Fehmarn zurück. Dort mietete er einen Bungalow in Marienleuchte und pachtete ein Jagdgebiet. Nach außen hin wirkte alles harmlos. Doch genau hier vermuteten die Ermittler später einen Teil der grausamen Wahrheit. Auf dem Gelände ließ Imiela eine sogenannte Ludergrube anlegen, die eigentlich zur Entsorgung toter Tiere gedacht war. Später sollte genau dieser Ort zu einem zentralen Puzzlestück eines der rätselhaftesten Mordfälle Deutschlands werden. Im Jahr 1969 verschwanden erneut zwei Frauen. Ilse Evels und ihre Tochter Urte Evels. Beide hatten Verbindungen zu Imielas Umfeld. Doch diesmal beging der mutmaßliche Täter einen Fehler. Einen Fehler, den viele Serienmörder irgendwann begehen. Er wurde zu gierig. Nach dem Verschwinden von Ilse Evels versuchte Imiela, rund 150.000 D-Mark auf sein eigenes Konto zu überweisen. Für damalige Verhältnisse war dies eine enorme Summe. Die Bankmitarbeiter wurden misstrauisch. Warum erschien die Kontoinhaberin nicht selbst? Warum wirkte die Situation merkwürdig? Die Polizei wurde informiert. Und plötzlich begann sich ein Bild zusammenzufügen.
Der Schockfund
Die Ermittlungen führten schließlich nach Fehmarn. Dort machten die Beamten eine grausame Entdeckung. In der Ludergrube wurden sterbliche Überreste gefunden. Die Ermittler vermuteten, dass der charmante Astrologe die Frauen nicht nur um ihr Geld, sondern auch um ihr Leben gebracht haben könnte. Sondern auch um ihr Leben.
Der „Blaubart von Fehmarn“
Die Presse stürzte sich auf den Fall. Zeitungen bezeichneten Imiela als „Blaubart von Fehmarn“. Damit spielten sie auf die düstere Märchenfigur an, die Frauen heiratet und tötet. Der Spitzname blieb. Und mit ihm die öffentliche Faszination. Denn der Fall wirkte wie ein düsterer Thriller. Ein kultivierter Mann. Verschwundene Frauen. Versteckte Identitäten. Ein Jagdhaus auf einer Insel. Und ein mutmaßlicher Serienmörder, der jede Schuld abstritt.
Der Prozess ohne Leichen
Im Jahr 1972 begann vor dem Landgericht Lübeck ein Prozess, der ganz Deutschland in seinen Bann zog. Doch das Verfahren war ungewöhnlich. Denn bis heute fehlten zwei Leichen. Es gab keine Augenzeugen. Es gab kein Geständnis. Es gab keine direkte Tatbeobachtung. Die Staatsanwaltschaft stützte sich fast vollständig auf Indizien: finanzielle Bewegungen, Täuschungen, verschwundene Frauen und Widersprüche. Hinzu kam ein immer wieder gleiches Muster. Trotz der schwierigen Beweislage fiel 1973 das Urteil vierfacher Mord. Viermal lebenslange Haft. Bis zuletzt beteuerte Arwed Imiela seine Unschuld. Arwed Imiela bestritt seine Schuld bis zum Ende. Er gestand nie die Morde. Er erklärte nie das Verschwinden der Frauen. Er verriet auch nicht, wo sich die beiden fehlenden Leichen befinden könnten. 1982 starb er im Gefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel an Herzversagen. Er wurde anonym beigesetzt. Viele Fragen blieben unbeantwortet. Das bis heute ungelöste Rätsel um Arwed Imiela.
War Arwed Imiela ein berechnender Serienmörder?
War er ein manipulativer Betrüger, der Frauen gezielt auswählte, emotional band und schließlich tötete, um an ihr Vermögen zu gelangen? Das Gericht war überzeugt. Doch weil zentrale Beweise fehlen und zwei Opfer nie gefunden wurden, umweht den Fall bis heute eine Aura des Rätselhaften. Fest steht jedoch, dass mehrere Frauen nach engem Kontakt zu ihm verschwanden. Ein Mann, der sich als vertrauenswürdiger Astrologe präsentierte, wurde wegen vierfachen Mordes verurteilt. Der Mythos des „Blaubart von Fehmarn“ lebt bis heute weiter – als einer der düstersten und verstörendsten Kriminalfälle Deutschlands.
Diese Darstellung basiert auf belegbaren Gerichtsakten, zeitgenössischer Berichterstattung sowie dokumentierten Fakten. Nicht vollständig beweisbare Details wurden entweder bewusst ausgelassen oder als Ermittlervermutung gekennzeichnet.